Die Stärkung des sensiblen Nervensystems im Halbmond

Das sensible Nervensystem wird gestärkt in dem der Mensch fähig wird, sein Bewusstsein für etwas längere Zeit auf ein Objekt im Aussen zu lenken, zu halten und seine Grenzen zu überschreiten.

Am Beispiel des Halbmondes anjaneyasana können Sie mit dem Einsinken der Hüfte möglichst tief in Bodennähe mit einer ersten Bogenform beginnen. Die Arme in einer leichten, aufsteigenden Bewegung über den Kopf führen, die Wirbelsäule können Sie leicht aufrichten.

Der Halbmond ausgeführt von Heinz Grill

Die Aufmerksamkeit nun auf die Mitte des Oberkörpers lenken, auf der Höhe es Sonnengeflechtes, des manipura-cakra. Hier geschieht eine Zentrierung, eine Sammlung der Kräfte und nun formen Sie mit dem Oberkörper aus dieser Region eine zweite Bogenform in Richtung des Kosmos.

Vielleicht haben Sie den Eindruck – hier kommt die Stellung an eine erste Grenze.

Nun werden Sie ruhig, halten inne und beobachten. Die Konzentration und gezielte Wahrnehmung liegt weiter auf der Höhe des Sonnengeflechtes und der Brustwirbelsäule.

Hier kann ein weiterer Impuls aus der Region des Sonnengeflechts in die Ausdehnung auch Richtung Brustwirbelsäule erfolgen. Es geschieht eine Grenzüberschreitung des bisher Möglichen.

Diese klaren, geführten Schritte können auf alle Yogaübungen übertragen werden und stärken das sensible Nervensystem. Der Mensch wirkt so mit seinem Bewusstsein und mit einem konkret gedachten Inhalt, mit einer eigenständigen gedanklichen Führung von oben nach unten. Vom zentralen Nervensystem, das dem Gehirn und dem Rückenmark zugeordnet wird.

Das vegetative Nervensystem, das für die autonome Steuerung zuständig ist, wie die Steuerung der Verdauung, die Atmung oder des Herzschlags, kommt zur Ruhe. Diese Ströme werden von oben – durch die Gedanken und die bewusste, ruhige Beobachtung – nach unten geordnet. Einflüsse aus dem vegetativen Nervensystem, die eine Unruhe oder auch Trägheit auslösen und damit den Menschen mit der Zeit erschöpfen, können zurückweichen.


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