
Die Gedichte sind immer klüger als ich
sagt Konstantin Wecker – und spricht von sich
Kein Wort hab ich verstanden aus seinem Munde
bis einmal in seliger Stunde
mir selber Eines zuflog – am hellheiteren Tag
und ich nun selbst zu dichten vermag
Die Muse hat auch mich geküsst
als hätt sie mich schon lang vermisst
Traf mich poetischen Banausen
als wollte sie von nun an ewig in mir hausen
Unendlich sanft! Still! Ganz leise
umgarnte sie mich auf unergründlichste Weise
in entrückter Schönheit, mit weitem Blick auf See und Berge
wie wenn sie mir sagen möchte: Stirb – und werde
Ganz neu in deinem Herz
Auch wenn er gross erscheinen mag – der Schmerz
Wird er nicht ewig bleiben
Und du kannst auf höhere Ebene steigen
Wenn du nur zu vertrauen vermagst
und nicht vor mutigen Schritten verzagst
kannst du Grosses erreichen
und nie mehr von edlen Gedanken weichen
So danke, lieber Gedanke, der wie ein feiner Falter
sich meiner Seele bedient und weiter
bis in die Hände fliesst
vom Himmel sich auf die Erde ergiesst