Das verlockende Angebot – Selbsttreue

Da ist es nun also – das verlockende Angebot

Das unüberhörbar in meinen Gedanken tobt

Die wandelnde Versuchung – die Versuchung pur

Was mach ich denn, was mach ich denn jetzt nur ?

Es scheint so klar, so offensichtlich, so locker und leicht

Das verführende Bild, das nicht mehr von meiner Schulter weicht

Die flüsternde Stimme, der verheissende Erfolg

Der meiner geschundenen Seele der ersehnten Erfüllung zollt

Sie winkt und wedelt

sie ruft und zetert

Sie tanzt, sie flirtet – sie verführt

Als ob ihr die Bühne dieser Welt gebührt

Doch: je lauter sie klingt

Je mehr meine Seele ringt

Um den wirklichen Grund ihres biegsamen Schmeichelns

Ihres verheissungsvollen, verlockenden Streichelns

Leise ihr flüsterndes Versprechen

Endlich den Misserfolg zu brechen

Was ist aber das klare Motiv, wo will hin?

Ist es im wahren, im geistigen Sinn?

Oder nur wieder das Alte, das alte Gewohnte

Das mich bis jetzt vor meinen mutigsten Schritten verschonte

Und plötzlich erkenn ich sie, die Schlange

Die zischend, die unendlich lange

Sich um meine Beine windet

Und nach meinem „Nein“ blitzschnell im Gebüsch verschwindet

Als wär sie ein schlechter Traum, eine Utopie gewesen

…und urplötzlich bin ich genesen

Die Luft ist klar, die Luft ist rein

Nicht mehr geblendet von einem vermeintlichen Schein

Ich komm wieder zu mir, werde gewahr

Was eigentliches Ziel, der ernsthafte Gedanke mal war

Ich kann nicht beiden der zwei Herren dienen

Bei beiden fleissig sein wie die summenden Bienen

Die Anerkennung der Welt muss ich vergessen

die des Geistes ist angemessen

Ich bin wieder ausgerichtet, auf dem Weg, gelobe mir Treue

So dass ich am Ende nicht den Packt mit dem Gehörnten bereue


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